Liebe BesucherInnen,

wir möchten Ihnen hier einen Einblick in Erfahrungsberichte bieten. Falls auch Sie ein paar Worte an uns und die BesucherInnen unserer Website richten möchten, melden Sie sich sehr gerne bei uns. 


Erfahrung Hospizkreis Miesbach e.V.

Meine Mama bekam im Juli 2019 die Diagnose Bauspeicheldrüsenkrebs mit Metastasen in der Lunge.
Nach ein paar Monaten Chemo ging es meiner Mama sehr schlecht, sie kam im Dezember wieder ins Krankenhaus auf die Palliativstation. Hier entschloss sie sich die Chemo abzubrechen, da der Ausgang ihrer Krankheit ja klar war. Während dem Krankenhausaufenthalt wurde vom Sozialdienst gleich der Kontakt zum Hospizkreis hergestellt. Noch im KH wurde Sie von ihrer Hospizbegleiterin Andrea das erste mal besucht. Laut meiner Mama stimmte die Chemie sofort zwischen den beiden.

Für meine Mama war es sehr wichtig jemand anderen als ihre Kinder zum Reden zu haben.
Jemand der unabhängig ist, den es nicht „direkt“ betrifft. Sie wollte uns nicht zu sehr belasten und uns auch nicht alles erzählen.

„Es gibt Dinge, die man lieber jemanden „Fremden“ erzählt“, sagte sie immer.
Für mich war es auch gut zu wissen, dass noch jemand da ist, dem sich meine Mama anvertrauen kann, dem sie alles erzählen kann.

Leider kam dann Corona und sie konnten nur noch telefonischen Kontakt halten, dass fiel ihr sehr schwer.

Als ihr Zustand dann Anfang September 2020 immer schlechter wurde, kam sie wieder ins KH.
Hier war Andrea dann sehr wichtig für mich, sie konnte Mama Gott-sei-Dank im Krankenhaus besuchen, so dass ich etwas entlastet war. Ihre Erfahrung bei der Begleitung Sterbender hat mir in dieser schweren Zeit sehr geholfen. Sie hat mir stets ihre Hilfe angeboten, selbst als meine Mama dann letztlich Ende September verstorben ist.

Ich danke dem Hospizkreis für ihre Hilfe.
Das was ihr macht ist unbezahlbar und kann man mit Worten kaum danken.

Abschied in Würde

Ein halbes Jahr zurück.
Wir hatten gerade unsere neue Wohnung bezogen und den Umzugsstress bewältigt, als mein Mann ins Krankenhaus mußte. Die Diagnose nach zwei Wochen war niederschmetternd, aber ich konnte und wollte es nicht begreifen. Die Ärzte im Krankenhaus waren nicht gerade zimperlich in ihrer Wortwahl. Sie drückten mir dann einen Flyer von "OPAL" in die Hand und wir mußten das Krankenhaus verlassen.
Unser Hausarzt kümmerte sich rührend um meinen Mann, verordnete alle erdenklichen Hilfsmittel und Medikamente, ging aber am Wochenende in Urlaub, riet mir aber, in jedem Fall "OPAL" zu kontaktieren.
Ich war völlig überfordert, innerlich in Panik und wußte gar nicht, was da gerade passierte, eigentlich nicht vorbereitet, wie auch.

Eine halbe Stunde nach meinem Hilferuf am Montag bei "OPAL" waren eine Ärztin und ihre Assistentin bei uns. Sie waren sehr einfühlsam -sie konnten wohl ermessen, in welchen Abgrund ich gerade stürzte- und versorgten meinen Mann mit neuen Medikamenten und allem, was noch nötig war, gaben mir Hilfen, wie ich mich verhalten konnte und organisierten einen ambulanten Pflegedienst, den ich auch jederzeit in Aspruch nehmen konnte. Ich war so dankbar, dass ich jetzt nicht mehr alleine war, denn sie gaben mir nicht nur das Gefühl, nicht alleine zu sein, sie waren einfach für mich da, als ich hilflos mit ansehen musste, wie es meinem Mann immer schlechter ging.
Einen Tag später kam eine Koordinatorin vom Hospizkreis Holzkirchen. Ich wusste erst gar nicht, was das eigentlich bedeutete.
Der Seelsorger von "OPAL" kam, betete mit meinem Mann und mir. Danach hat mein Mann Nahrung und Trinken verweigert. Es fühlte sich an, als wenn er sich innerlich von allem verabschiedete.
Am Sonntag früh ist mein Mann dann in meinen Armen für immer eingeschlafen.
Die Damen von "OPAL" und Hospizverein begleiteten mich in meinen schwersten Stunden und in meiner seelischen Not und leiteten alles Notwendige in die Wege. Sie blieben bei mir, bis mein Mann am Nachmittag vom Beerdigungsinstitut abgeholt wurde.
Einige Monate später habe ich mich dann einer Trauergruppe vom Hospizverein angeschlossen. Durch den Austausch mit anderen Betroffenen habe ich dann den Weg zurück ins Leben gefunden. Diese Situation inspirierte mich, wieder zu malen: eine Leiter "Zurück ins Leben".

Ich wünsche jedem Menschen, auch mir, dass er mit solch liebevoller Betreuung von dieser Welt Abschied nehmen darf.

Ich danke allen Damen und Herren von "OPAL" und vom Hospizverein, die mich unterstützt haben. Ich habe großen Respekt vor ihnen, weil sie solch innere Stärke und Einfühlungsvermögen haben, Menschen in der Trauer Halt geben und voll Zuversicht und Hoffnung einer Zukunft entgegen sehen zu können.

Im Pflegeheim

Sehr geehrte Damen und Herren vom Hospizkreis,
Anfang Oktober 2020 war eine Hospizbegleiterin bereit, meine Mutter in einem Pflegeheim zu betreuen.
Seither besuchte sie meine Mutter, begleitete sie und auch mich achtsam, aufmerksam, fürsorglich und liebevoll. Meine Mutter war meist bettlägerig und manchmal mehr oder weniger dement. Trotzdem freute sie sich über die liebevollen Besuche. Ich bin sehr dankbar dafür.

Auch in der Zeit, als meine Mutter Atemnot hatte, half es sehr, dass die Hospizbegleiterin bei ihr war und Hilfe rufen konnte, wenn es nötig war.

Der Zufall oder der Himmel wollte, dass sie auch beim Sterben meiner Mutter dabei war. Jetzt hat sie dieses letzte Bild vor Augen. Ich hoffe, dass es sie nicht ungut begleitet.
Sie und alle im Hospizkreis schenken mit Herz und Verstand wertvolle Hilfe, Unterstützung und Beistand. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen.